Jun
15
2009
Hammam im Aux Gazelles
Author: butterflyJeder muss einmal abschalten. Sich erholen vom Alltagstrott. Warum nicht Wellness betreiben? Mal ganz ohne Kinder und ohne lange Autofahrt? Mitten in Wien gibt es so einen Ort.
Das, in einem anderen Beitrag bereits vorgestellte, Aux Gazelles bietet verschiedene Wohlfühlprogramme im hauseigenen Hammam, einem orientalischen Dampfbad, an und am 1. Juni 2009 wurde das Repertoire um Kosmetikbehandlungen erweitert.
Ich habe mir mit meiner Mutter zusammen ein Pflegeprogramm mit anschließender Teilkörpermassage gegönnt und möchte beschreiben, wie das abgelaufen ist:
Wir betraten das Aux Gazelles und wurden in den Salon de thé geführt. Ein orientalisch eingerichteter und mit gedämpftem Licht beleuchteter Raum, in dem wir uns auf einer Sitzbank niederließen um einen Thé de Ménthe (Minztee) zu trinken.
Nachdem das Teeglas geleert war, wurden wir zur Garderobe gebracht. In der Mitte dieses Raumes stand ein Block mit versperrbaren Kästchen für unsere Sachen. Bemerkenswert waren die zwei Duschen hinter einer Milchglastrennwand. Die eine hatte einen tellergroßen Duschkopf, die Tropenregendusche, und die andere einen Duschkopf mit einem Schlitz, das war wie unter einem Wasserfall zu stehen. Wir zogen uns aus, wickelten uns ins sogenannte Pestemal, einem großen, dünnen Baumwolltuch, und betraten das Hammam, wo uns heißer Dampf umhüllte.
Dort setzten wir uns auf den beheizten, weißgrauen Marmor. Wir waren nur zu zweit mit zwei sehr freundlichen Angestellten, die uns durch das Programm führten. Zuerst wurden wir mit warmen Wasser übergossen, um eine gute Viertelstunde einfach nur auf dem Mamor zu liegen und zu plaudern und zu entspannen. Es folgten weitere Wassergüsse und Liegephasen. Irgendwann wurde es uns zu heiß und wir setzten uns in den etwas kühleren Nebenraum. In dessen Mitte stand ein Brunnen und darüber hing eine schöne Glaslampe, deren Licht Muster an die Decke malte.
Nach einer Weile kamen die zwei Frauen um das Peeling zu machen. Dafür sitzt man vor “seiner” Hammamaci und läßt sich mit einem rauen Handschuh die alte Haut weg rubbeln. Ich war ehrlich erstaunt, wie viel da abgeht. Mit weiteren Wassergüssen wurden zwischendurch die Fussel weggeschwemmt.
Danach legten wir uns wieder hin und jetzt kam etwas, auf das war ich gar nicht vorbereitet. Ich habe es leider nicht gesehen, nur gespührt. Ich weiß es nur, weil ich nachher gefragt habe. Ein Kopfpolsterüberzug wird in Seifenschaum getaucht und dieser am Körper verteilt. Das klingt jetzt vielleicht unaufregend, aber es ist so sanft, streichelweich und angenehm. Man muss nur aufpassen keinen Schaum in die Augen zu bekommen, was mir nicht gelungen ist, drum hab ich auch nicht zugeschaut.
Als der Schaum wieder weggespült wurde, folgte ein kurzer Schockmoment, ein kalter Wasserguß, um die Poren zu schließen, bevor wir es uns im dritten, deutlich kühleren Ruheraum auf Liegen bequem machten. Inzwischen in ein großes weiches Handtuch gewickelt. Eine zeitlang lagen wir da und plauderten. Doch nach einer Weile wollten wir endlich massiert werden.
Wir gingen also zurück in den Salon de Thé um unsere Bereitschaft zu signalisieren. Einen Thé de Menthé später ließ ich mich auf einem Massagebett nieder. Ich mag diese Betten nicht, weil ich auf denen nicht bequem liegen kann, aber die Massage war ein Traum. Ich wäre fast dabei eingeschlafen. Somit ein guter Abschluß für entspannende drei Stunden, die wir dort verbrachten.
Das Ganze ist nicht billig, doch der Besuch lohnt sich.
www.auxgazelles.at















